Kraftklötzchen

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Das, was hier oben so geflügelt aussieht, steht in der Realität ziemlich stoisch direkt neben meinen Lautsprechern. Es wird in unserem Haushalt liebevoll “Endstufe” genannt, zur Unterscheidung auf dieser Website aber “Mosfet-Endstufe”.

Damit wären wir schon beim interessanten Technik-Gelaber. Es handelt sich um eine MosFET-Endstufe ohne Über-Alles-Gegenkopplung. Ein einziges komplemetäres Pärchen Transistoren von (IRFP240 und IRFP9240 von International Rectifier) stellt den Stromverstärker=Impedanzwandler dar. Dieser wird von einem Burr Brown OPA627AP getrieben (der kann das), welcher sogleich die Spannungsverstärkung übernimmt.

Durch die Betriebsspannung des Operationsverstärkers wird die Maximalleistung der Endstufe limitiert. Das ist nicht weiter schlimm, da die so erreichten 30 Watt Sinus-Leistung im Normalbetrieb völlig genügen. Immerhin hört man bei Zimmerlautsärke im einstelligen Watt-Bereich, wenn nicht sogar noch weniger Leistung gefragt ist. Etwas “unseriös” ist die Abzweigung der (dann per Parallelregler begrenzten) Versorgungsspannung des OPV aus der Versorgungsspannung der Stromstufe (aka Mosfets), aber klanglich keine schlechte Lösung.

Da die Leistung durch die Spannung, nicht aber den Strom begrenzt wird, sind die Endstufen auch in der Lage, relativ zickige Lautsprecher locker anzutreiben. Lautsprecher-Impedanzen von 2 Ohm sind dabei vielleicht nicht das Ideal, aber immer noch kein Anlass für den Verstärker, in die Luft zu gehen. (anders sieht das bei einem TDA7293 aus …)

Der Ruhestrom ist relativ hoch eingestellt, so dass zumindest bei Zimmerlautstärke der Class-A-Betrieb ausschlaggebend ist. Entsprechend klingen die Endstufen natürlich auch gut …

Die Wärmeentwicklung ist kein Problem, da ein recht großer Kühlkörper mit einem 5 mm starken Alu-Profil und einer 10 mm starken Frontplatte verspannt ist, so dass insgesamt jede Menge Fläche zur Wärmeabgabe bereitsteht.

Vom Netzteil ist lediglich der große Schnittbandkerntrafo ausgelagert. Gleichrichtung und Siebung findet im Verstärkergehäuse selbst statt, welches in kunstvoller Schichtung völlig ausgenutzt wird.Oben sind die Verstärkergehäuse gezeigt, unten die beiden Netzteile, im Hintergrund (noch nicht vollständig poliert) das Netzteil der Vorstufe. Der Kunststoff-Netzschalter an der Front ist noch nicht bei allen, aber immerhin bei einem Netzteil gegen ein Exemplar aus Aluminium getauscht worden.

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